Flammkuchen mit Speck und Äpfeln

Vor einigen Jahren bin ich mal kurzzeitig in die Schweiz ausgewandert, aus beruflichen Gründen. Und dort habe ich nicht nur das beste Käsefondue meines Lebens gegessen, sondern bin auch zum ersten Mal in den Genuss von Flammkuchen gekommen. Und seitdem bin ich diesen „Küchli“ quasi verfallen.

Leider findet man sie in unseren Restaurants viel zu selten auf der Speisekarte. Da hilft nur eines: Selber machen! Heute gibt’s aber nicht den Schweizer Klassiker mit Sauerrahm, Zwiebeln und Speck sondern eine Variante im mittelalterlichen Stil. Unter dem Titel Heidnische Kuchen beschreibt das Buoch von guoter spîse, wie sich mit einfachen Mitteln ein herzhaft-süßer Flammkuchen mit Speck und Äpfeln zaubern lässt.[1]

Genau das Richtige für mich. Leider habe ich keinen Holzofen zuhause, weswegen ich die Flammkuchen ganz unauthentisch in meinem Elektroherd backen muss. Apropos Holzofen: Den Begriff Flammkuchen kann man ruhig wörtlich verstehen. Denn ursprünglich wurden die „flammenden Kuchen“ zum Backen in das teilweise noch nicht ganz niedergebrannte Feuer geschoben. Fragt mich nicht, wie viele Flammkuchen dabei dran glaube mussten…

Als ich meine Heidnischen Kuchen schließlich aus dem Ofen hole, bin ich entzückt: Die Flammkuchen mit Speck und Äpfeln schmecken herzhaft-süß und sehr saftig.  Perfekt als Hauptgericht auch für eine größere Zahl an Gästen – und mit einem Glas Apfelmost serviert…


Zutaten für den Teig:[3]

150 g Mehl
Frische Hefe (nach Packungsanleitung)
80-100 ml Wasser (warm)
1 TL Zucker
Salz

Zutaten für die Füllung:

2 mittelgroße Äpfel
75 g Speck (Bacon oder Katenschinken)
2 Eier
Pfeffer

Zubereitung:

  1. Mehl, Hefe, Wasser, Salz und Zucker zu einem Teig kneten und zugedeckt ca. eine halbe Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen.
  2. In der Zwischenzeit Äpfel schälen, fein schneiden und mit den Eiern und dem Katenschinken/Bacon vermengen. Mit Pfeffer würzen.
  3. Teig auf einer bemehlten Fläche mit dem Nudelholz oder den Händen zu einer dünnen Scheibe formen und auf ein mit gefettem Backpapier ausgelegtes Backblech geben.
  4. Speck-Apfel-Ei Mischung auf der Teigplatte verteilen und den Flammkuchen im Ofen bei ca. 200° 20-30 Minuten backen. Bon appetit!

Als Getränk empfehle ich Apfelmost/Cider.

Der schmeckt übrigens auch sehr lecker zu meinen anderen Mittelalter Rezepten:

Pikante Käsehörnchen

Herzhafte Krapfen mit Emmentaler-Speck Füllung

Süße Krapfen mit Apfel-Haselnuss Füllung


[1] Buoch von guoter spîse, Nr. 5a.
[2] Zur Zubereitung des Teigs macht der Autor keine näheren Angaben, möglich wäre daher auch eine Art Schmalzteig, wie ihn Trude Ehlert vorschlägt: T. Ehlert, Kochbuch des Mittelalters (2000) 38.
[3] S. Anm. 2.

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