Ritschert – Rustikaler Bohneneintopf

Tapfere Krieger, schöne Frauen und wilde Abenteuer. War das Leben unserer Vorfahren nicht romantisch? Leider aber auch ein wenig ärmer als heute. Da ist Kretivität angesagt – vor allem, wenn es um’s Kochen geht. Denn was zaubert man bloß aus einer Handvoll Bohnen, einem Stück Pastinake und einer Scheibe Speck? Alles zusammen in einen Top werfen und kochen ist bestimmt nicht die schlechteste Idee.

Nach diesem einfachen Prinzip ist – wer könnte es ahnen? – zum Beispiel der beliebte Irish Stew entstanden. Und so macht der Eintopf auch schon am keltischen Lagerfeuer die Runde. Tatsächlich ist Bohneneintopf eines der wenigen keltischen Rezepte, das überliefert ist. [1] Und offenbar schmeckt er so lecker, dass es die Jahrhunderte überdauert hat, zumindest in Österreich: Hier kennt man ihn unter dem Namen Ritschert.

Ich wandele das Original-Rezept – das hauptsächlich aus Hülsenfrüchten und Fleisch besteht – allerdings etwas ab. Aus meinem Kühlschrank lachen mich nämlich auch noch Karotten und Erbsen an. Allerdings: Für dieses Rezept solltest du dir etwas Zeit nehmen. Denn gute eineinhalb Stunden köcheln sollte das Ganze schon, damit das Fleisch auch richtig schön zart wird.

Da ich eher von der ungeduldigen Sorte bin, verbringe ich die Zeit damit, wie hypnotisiert auf den Topf zu starren, alle drei Minuten wild mit dem Kochlöffel umzurühren und von einem Bein aufs andere zu hüpfen. Alternativ: Du lehnst dich einfach zurück und wartest. Das Ergebnis lohnt die Geduld: Lass dich von einem würzigen, herzhaften Ritschert – mit historischer Note – überraschen!


Zutaten:

50 g Saubohnen / Dicke Bohnen
50 g Gerste
50 g Hirse
300 g Schweinefleisch
1 l Brühe
1 TL Thymian
1 TL Bohnenkraut
Salz

Zusätzlich:

100 g Erbsen
2 Karotten
1 Schuss Apfelessig

Zubereitung:

  1. Bohnen und Gerste am Vortag in Wasser einweichen.
  1. Brühe aufkochen und würfelig geschnittenes Schweinefleisch mit Bohnen und Gerste 60 Minuten kochen.
  1. Karotten und Erbsen zugeben und weitere 30 Minuten kochen lassen.
  2. Thymian und Bohnenkraut zugeben und mit Apfelessig und Salz abschmecken. Heiß servieren.

Weitere leckere keltische Rezepte findest du hier:

Winterliche Maroni-Rosmarin Suppe

Geschnetzeltes in Bier-Pilzrahmsauce

Himbeer-Quark Dessert mit Haselnüssen


[1] Das Rezept ist archäologisch überliefert: F. E. Barth, Die Leibspeise der Althallstätter Bergleute. In: Bohnengeschichten. Katalog zur Ausstellung (Hallstatt 1992) 56-64; Naturhistorisches Museum Wien (Hrsg.) Hallstatt. Ein persönlicher Forschungsbericht. In: Das Naturhistorische 3 (Wien 2002) 10.

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