Mostbrötchen mit Kräuter-Knoblauch Dip

Bild zum Rezept: Römisches Rezept für Mostbrötchen mit Kräuter-Knoblauch DipPanem et circensis – so lautet das politische Zaubermittel im Alten Rom.[1] Brot und Spiele! Mit leckeren Gratis-Brötchen und kostenlosen Theatertickets sollen die Schäfchen bei der Stange gehalten und der soziale Friede gesichert werden. Besonders Kaiser Nero ist glühender Anhänger dieses Mottos und überschüttet die Bevölkerung mit Geschenken.

Angelehnt an dieses Motto geht es darum auch in meiner Küche heute ums Brotbacken. Cato verrät uns ein sehr interessantes Rezept mit dem klingenden Namen Mustaceos – Mostbrötchen.[2] Brötchen mit Traubenmostsirup und Frischkäse? Für uns vielleicht eine etwas gewöhnungsbedürftige Mischung, bei den Römern aber State-of-the-Art. Zu den Mostbrötchen passt diese Geschmackskombination auf jeden Fall sehr gut. Und sie schmecken am Ende dann auch weniger exotisch als gedacht – sie könnten sogar als herzhafte bayrische Wecken durchgehen.

Nur eine kleine Warnung zum Schluss: Cato verwendet in diesem Rezept keine Hefe oder Sauerteig – ich empfehle es dir aber dringend: Meine erste Ladung Mostbrötchen (ohne Hefe) war am nächsten Tag so hart, dass ich damit Golf hätte spielen können!


Zutaten für die Mostbrötchen:[3]

250 kg Mehl
100-150 ml Traubenmostsirup (alternativ: Traubensaft)[4]
½ TL Anis
1 TL Kümmel
25 g Schmalz
15 g Käse (z.B. Frischkäse oder Schafskäse)
5-6 Lorbeerblätter
Salz

evtl. frische Hefe

Zutaten für den Kräuter-Knoblauch Dip[5]

500g Käse (Feta, Schaf- oder Ziegenfrischkäse)
3-5 Knoblauchzehen
½ Bund Koriander
1 Handvoll Selleriegrün
1 Zweig Weinraute
Weißweinessig
Olivenöl

  1. Mehl mit Käse, Traubenmost/Traubensaft, Schmalz und den Gewürzen vermengen. Hefe (nach Packungsanleitung) zugeben.[5] Den Hefeteig eine ½ Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
  1. Kleine flache Brötchen oder Fladen formen.
  1. Brötchen auf jeweils einem Lorbeerblatt auf Backpapier auslegen und im Ofen bei 180° ca. 20 Minuten backen.
  2. In der Zwischenzeit aus

Dazu passen auch Schinken, Gurken, Trauben und Oliven.

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[1] Das Sprichwort geht zurück auf Juvenal, Satiren 10, 81.
[2] Cato, De agri cultura, 121.
[3] Cato gibt bei diesem Rezept die konkreten Mengenangaben wieder.
[4] Alternativ lässt sich auch Traubensaft verwenden.
[5] Columella, De re rustica, XII 59, 1–4
[6] Eine Ergänzung des Rezepts mit Hefe empfiehlt R. Maier im Anhang der Reclam-Ausgabe von Apicius, De re coquinaria (1991) 189.

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